Schloss Versailles

Die glanzvolle Residenz des Sonnenkönigs

Schloss Versailles ist ein strahlend schönes Bauwerk im französischen Barockstil, das sich etwa 20 Kilometer südwestlich von Paris in der Stadt Versailles befindet. Es wurde im 17. Jahrhundert zunächst als einfaches Jagdschloss für König Ludwig XIII erbaut und später von seinem Sohn, Ludwig XIV, zu einem Prunkschloss erweitert. Der Sonnenkönig wollte seinen Glanz und Ruhm in ganz Europa verbreiten und ließ sich das Prestige-Projekt Hunderte Millionen Franc kosten.

Heute ist Schloss Versailles eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Paris. Es wurde 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Das Schloss ist ein herausragendes Beispiel für die französische Baukunst des 17. und 18. Jahrhunderts und zeigt den Einfluss des Absolutismus auf Architektur und Kunst seiner Zeit. Der Spiegelsaal, die königlichen Gemächer und die Trianons geben einen interessanten Eindruck von der Handwerkskunst und dem luxuriösen Leben am französischen Hof. Versailles ist außerdem ein wichtiges Symbol der französischen Geschichte.

Schloss Versailles - Kabinett des Königs
Das Kabinett des Königs mit dem berühmten Schreibtisch von Ludwig XV

Steckbrief Schloss Versailles

  • Nutzung: Palast, Museum, Veranstaltungsort, Naherholung (Park von Versailles)
  • Bauzeit: ab 1661 in Etappen bis zum 19. Jahrhundert (Vollendung der Stadtfront)
  • Fläche: 1,07 ha
  • Pufferzone: 9,467 ha
  • Zimmer: ca. 2.300
  • UNESCO-Weltkulturerbe: Ernennung 1979, Erweiterung 2007
  • Bauherren: König Ludwig XIII (Jagdschloss), unter Ludwig XIV. Ausbau zur Residenz
  • Architekten: Louis Le Vau, François II d’Orbay, Jules Hardouin-Mansart, Robert de Cotte
  • Gartenbauarchitekt: André Le Nôtre
  • Baukosten: ca. 300 Millionen Livres bis zum Tod Ludwig XIV.
  • Adresse: Place d’Armes, 78000 Versailles

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Tickets Schloss Versailles für Eintritt und Führungen

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Unser Tipp: Der Audioguide für die Schlossbesichtigungen ist meist auch in Deutsch verfügbar und damit eine gute Möglichkeit, mehr über die Geschichte des Schlosses und seiner Räumlichkeiten zu erfahren. Allerdings enthält er oft nicht alle historischen Details und es ist daher sinnvoll, sich einer Führung anzuschließen. Achten Sie auf private Führungen in Deutsch.

Was ist im Schloss Versaille zu sehen?

Zwei Barockstile

Das Äußere des Schlosses prägen zwei Stilformen: Die Fassaden in Richtung Stadt erkennt man erst auf den zweiten Blick als zusammenhängendes Gebäudeensemble. Die roten Ziegelsteinbauten mit Sandstein-Elementen verkörpern den frühen französischen Barock. Die Fassaden in Richtung Schlossgarten präsentieren hingegen den moderneren klassizistischen Barock. Die Gebäude wirken auf dieser Seite wie ein gewaltiger Block, dessen Sandsteinfassaden von horizontale Linien bestimmt werden.

Mehr Schein als Sein in der Innenausstattung

An der Innenausstattung wurde wahrlich nicht gespart. Dennoch verschlangen der Bau und die Erhaltung des Palastes Unsummen, sodass der König stets scharf kalkulieren musste. Meistens bekamen die billigsten Handwerker den Zuschlag und da, wo es für Besucher nicht sichtbar war, sparte man auch vieles ein. So sind etliche der Zimmer nicht beheizbar und die Fenster nicht sonderlich dicht, sodass es im Winter äußerst ungemütlich werden konnte.

Schloss Versailles
Die Räume der Köningsfamilie und ranghoher Personen des Hofstaates waren prachtvoll ausgestattet. Andererseits fehlte es in den Kammern der Dienerschaft oft an einer Heizmöglichkeit.

Wohnungen im Schloss Versailles

In den verschiedenen Trakten des Schlosses waren früher neben den Wohnräumen des Königspaares und seiner Kinder auch Wohnungen für die Bediensteten und Höflinge eingerichtet. Bemerkenswert: Auch die Mätressen des Königs erhielten ihren Platz in diesem Hofstaat. Ludwig war in einer Pflichtehe mit Maria Theresia verbunden. Da er sie nicht liebte, nahm er auf ihre Gefühle keine Rücksicht und verbandelte sich mit etlichen Mätressen.

1789 hatte das Schloss insgesamt 288 Wohnungen, davon 1.252 mit Kamin und rund 600 Räume ohne Heizquelle. Die Herrscherfamilie nahm weitere 152 Zimmer für sich in Anspruch, natürlich beheizbar. Die Ausstattung der Wohnungen bzw. Kammern richtete sich nach dem Rang der Bewohner.

Zu den wichtigen Räumen des Schlosses gehören der Ochsenaugensaal, der als Vorzimmer des Königs diente, außerdem der Herkulessalon, der die frühere Kapelle ersetzt hatte, sowie das Schlafzimmer der Königin, das sich im Südflügel des Corps de Logis befindet. Der Hofalltag spielte sich allerdings vorwiegend im Spiegelsaal, im Schlafzimmer des Königs sowie in der Schlosskapelle ab.

Es ist nicht möglich und auch nicht sinnvoll, alle Gemächer zur Besichtigung zu öffnen. Daher hat man einige Prunkgemächer für Führungen ausgewählt, so unter anderem das Schlafzimmer des Königs und natürlich den berühmten Spiegelsaal.

Spiegelsaal

Der Spiegelsaal ist zweifellos einer der beeindruckendsten Räume im Schloss Versailles. Er verband die Wohnungen des Herrscherpaares miteinander. Dort spielte sich auch das öffentliche Hofleben ab. Wer vom König wahrgenommen werden wollte, hatte sich dort geduldig wartend aufzuhalten.

Der Spiegelsaal ist 75 Meter lang und mit Spiegeln, Marmor und Kristalllüstern prächtig ausgestattet. Die großen Wandspiegel gegenüber der Fenster sorgen für wunderbare Lichteffekte, wenn sie den Kerzenschein am Abend reflektieren oder den Garten und das Tageslicht spiegeln. Dieser Raum wurde für Empfänge und Feste genutzt und war einst der Mittelpunkt des höfischen Lebens in Versailles. An der Decke befinden sich prächtige Gemälde zum Ruhme des Königs.

Schloss Versailles - der Spiegelsaal
Der prächtige Spiegelsaal ist einer der beeindruckendsten Räume im Schloss. Wer ein Anliegen an den König hatte, konnte ihn nicht einfach ansprechen. Mitunter half es aber, im Spiegelsaal auf seine Majestät zu warten, um mit etwas Glück von ihm angesprochen zu werden.

Die königlichen Gemächer

Die königlichen Gemächer sind opulent und luxuriös gestaltet und geben den Besuchern einen Einblick in das Leben der französischen Könige im 18. Jahrhundert. Hier kann man unter anderem das prachtvolle Bett des Sonnenkönigs Ludwig XIV bewundern.

Gärten und Park von Versailles

Verpassen Sie nach einer Palast-Besichtigung keinesfalls die Schlossgärten und den Park von Versailles. Die Grünanlagen erstrecken sich über eine Fläche von etwa 800 Hektar. Der Park ist ein Meisterwerk des Gartenbaus und beherbergt viele künstlich angelegte Seen, Brunnen und Grotten sowie eine Vielzahl von Skulpturen, die die Landschaft verschönern und bereichern. Sie werden exklusive Gartenkunst und viele kreative Ideen bewundern können.

Früher war der Schlosspark ein wichtiger Ort der Erholung und Freizeitgestaltung für die Könige und ihre Hofgesellschaft. Heute ist er ein beliebtes Ziel für Spaziergänger und Picknicker.

Schloss Versailles - Garten
Neben der Besichtigung des Schlosses ist auch ein Spaziergang durch seinen traumhaften Garten sehr zu empfehlen.

Drei Bereiche des Barockparks

Der Schlosspark von Versailles ist in drei typische Barockgartenbereiche unterteilt: die dem Schloss nahen Parterres, die anschließenden Boskette („Lustgärten“) und den weiter entfernten Jagdwald. Die Hauptachse sorgt für Struktur in den Gartenanlagen und reicht von der Stadt durch den Palast, die Gärten und den großen Kanal.

Berühmter Gartenbauer: André Le Nôtre

Die Gartenanlagen von Versailles wurden hauptsächlich von André Le Nôtre gestaltet und umfassen das Gelände des Petit Parc, den Ludwig XIII. anlegen ließ. Der eine oder andere Leser wird dem Gartenkünstler vielleicht schon einmal in dem Film „Die Gärtnerin von Versailles“ begegnet sein, welcher allerdings nicht in Versaille gedreht wurde.

Über 75.000 in Form geschnittene Bäume und Sträucher verleihen dem Versailles-Park seinen barocken Charakter. Er behielt diese Struktur bis zum Ende des Ancien Régimes bei. Im 18. Jahrhundert wurden einige Bereiche umgestaltet, während unter Ludwig XVI. eine Aufforstung stattfand. Eine weitere Neubepflanzung erfolgte in den 1990er Jahren.

Während eines Spaziergangs können Sie die verschiedenen Bereiche der Gärten von Versailles erkunden, wie beispielsweise den Orangerie-Garten, der für seine beeindruckende Sammlung von Zitrusbäumen bekannt ist, oder die französischen Gärten, die von André Le Nôtre entworfen wurden und für ihre präzise geometrische Anordnung berühmt sind.

Zudem gibt es im Schlosspark von Versailles viele versteckte Schätze zu entdecken, wie zum Beispiel die malerischen Tempel und Pavillons, die oft überraschend zwischen der üppigen Vegetation auftauchen.

Brunnen und Wasserbecken

Zu den Highlights gehören die beeindruckenden Brunnen und Wasserbecken. Hier sind einige der schönsten:

  • Latona-Brunnen: In Anlehnung an Ovids Metamorphosen, zeigt dieser Brunnen die Göttin Latona und ihre Kinder Apollo und Diana. Der Brunnen symbolisiert den Übergang von der Wildnis zur Kultur und ist von einer beeindruckenden Skulpturengruppe umgeben.
  • Apollo-Brunnen: Dieser prächtige Brunnen stellt den Sonnengott Apollo dar, der auf seinem Sonnenwagen aus dem Wasser aufsteigt. Der Brunnen ist ein Symbol für die Macht Ludwigs XIV., des Sonnenkönigs, und ist von vergoldeten Bronzeskulpturen umgeben.
  • Neptun-Brunnen: Der monumentale Neptun-Brunnen ist einer der größten Brunnen im Park von Versailles und zeigt den Meeresgott Neptun, umgeben von seinen Söhnen Triton und Proteus sowie von Wassernymphen. Der Brunnen ist von einer großen Wasserfläche umgeben und bietet eine spektakuläre Wasserfontäne-Show.
  • Orangerie-Becken: Die Orangerie ist von zwei großen Wasserbecken flankiert, die von Skulpturen und Wasserspielen gesäumt sind. Diese Becken bieten eine atemberaubende Kulisse für die Orangerie und ihre Sammlung von Zitrusbäumen.
Schloss Versailles - Latona-Brunnen
Der Latona-Brunnen ist einer der beliebten Brunnen des Schlosses. Er zeigt die Göttin Latona und ihre Kinder Apollo und Diana.

Grand Canal

Ein weiterer Blickfang ist der Grand Canal, ein riesiges kreuzförmiges Wasserbecken, das sich über mehr als einen Kilometer erstreckt. Dieser Bereich bietet eine atemberaubende Kulisse für Spaziergänge und Picknicks am Ufer. Der Grand Canal diente den Königsgetreuen als Schauplatz für Bootsfahrten und Wasserspiele und bietet heute noch einen malerischen Blick auf das Schloss. Bootsfahrten sind auch heute noch möglich. Außerdem wird die weite Parkanlage (nicht die Gärten) gern für Picknicks genutzt.

Die Trianons

Die Trianons sind eine Sammlung von Schlössern und Pavillons innerhalb des Parkgeländes von Versailles. Sie wurden hauptsächlich für private Treffen des Königs genutzt und bieten einen Einblick in das Leben am französischen Hof.

Möglichkeiten der Fortbewegung im Schlosspark

Es gibt mehrere Möglichkeiten bzw. Fortbewegungsmittel, um die Grünanlagen zu erkunden.

Spaziergang

Die meisten Besucher entscheiden sich nach der Schlossbesichtigung für einen abwechslungsreichen Spaziergang durch die königlichen Gärten direkt am Schloss, um sich dann schließlich in einem der Restaurants auszuruhen und zu stärken.

Einige setzen ihren Weg am Apollo-Brunnen in Richtung Gran Canal fort oder umrunden den Kanal sogar. Allerdings sollte man dazu an längere Wanderungen gewöhnt sein, denn allein die Umrundung ist ca. 6,9 Kilometer lang. Wenn Sie den Park ausführlich, aber dennoch bequem erkunden möchten, empfehlen wir deshalb auf andere Fortbewegungsmittel umzusteigen.

Tour mit dem Golf-Caddie

Sehr bequem ist die Fahrt im Golf-Caddie, der auch für mehrere Personen geeignet ist. Allerdings ist die Tour mit 34 € pro Stunde und 8,50 € pro weitere Viertelstunde nicht gerade günstig. Dennoch lohnt es sich. Sie können die Fahrzeuge täglich von 10.00 bis 18.45 Uhr mieten (letzte Abfahrt um 17.45 Uhr). Die Fahrzeugvermietung ist von Mitte November bis Januar geschlossen.

Die Elektrofahrzeuge verfügen über ein Geolokalisierungssystem und einen Audioguide, der in 8 Sprachen zur Verfügung steht.

Es gibt zwei Verleihstellen: die Südterrasse des Schlosses und den Canal Grande, also Klein-Venedig.

Öffnungszeiten – Fahrzeugverleih

  • 01. Februar bis 31. März: täglich 10.00 bis 17.30 Uhr (letztes Ticket um 16.30 Uhr),
  • 01. April bis 31. Oktober: täglich 10.00 bis 18.45 Uhr (letztes Ticket um 17.45 Uhr
  • 01. November bis 31. Dezember: täglich 10.00 bis 17.00 Uhr (letztes Ticket um 16.00 Uhr)

Mindestmietdauer: 1 Stunde. Für die weitere Nutzung wird jede angefangene Viertelstunde berechnet. Öffnungszeiten und Preise ohne Gewähr!

Le Petit Train de Versailles – der Kleine Zug

Alternativ können Sie den kleinen Zug nutzen, der etwa 8,5 € im Normaltarif kostet, während Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren und Teilnehmer großer Gruppen nur 6,50 € zahlen. Kinder unter 11 Jahren dürfen ihn kostenlos benutzen. Der Mini-Zug hält viermal im Park, sodass man an verschiedenen Stationen aus- und zusteigen kann. Eigentlich gut gedacht, aber offensichtlich stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht.

Aufgrund der fast durchweg schlechten Kundenbewertungen in Google und auf diversen Reiseplattformen empfehlen wir den Mini-Zug derzeit nicht! Ehemalige Gäste beklagen nicht nur eine schlechte Aussicht auf die Gärten und Sehenswürdigkeiten, sondern vor allem unnötig lange Wartezeiten, oft sehr unfreundliches Personal und eine holprige Strecke. Vielleicht wird der Service verbessert, dann revidieren wir unsere Nicht-Empfehlung später gern.

Wenn Sie möglichst viel vom Park und das in Ihrem eigenen Tempo sehen möchte, dann ist der Golf-Caddie die bessere Wahl! Falls Sie dennoch Interesse haben, finden Sie hier die nötigen Informationen.

E-Bike- oder E-Roller Tour durch die Parkanlage von Schloss Versailles

Reisende sind regelmäßig begeistert von den E-Bike-Touren, die durch den Schlosspark von Versaille auch zu den Trianon-Schlössern führen. Wer gern sportlicher unterwegs ist, kann es auch mit dem E-Roller probieren.

Fahrradtour

Sie verzichten lieber auf den E-Antrieb und suchen das Bike-Erlebnis pur? Natürlich können Sie vor Ort auch ganz normale Fahrräder ausleihen oder an einer geführten Fahrradtour durch Versailles teilnehmen.

Bootfahren auf dem Gran Canal

Warum den Park nicht vom Wasser aus entdecken? Am Grand Canal können Sie Ruderboote mieten, um die Anlage gemütlich vom Wasser aus zu genießen.

Öffnungszeiten Schloss Versailles

  • Montag: geschlossen
  • Dienstag: 09.00–17.30 Uhr
  • Mittwoch: 09.00–17.30 Uhr
  • Donnerstag: 09.00–17.30 Uhr
  • Freitag: 09.00–17.30 Uhr
  • Samstag: 09.00–17.30 Uhr
  • Sonntag: 09.00–17.30 Uhr

Öffnungszeiten und Preise ohne Gewähr!

Historische Bedeutung des Schlosses Versailles

Versailles war nicht nur Wohnstätte für einen ganzen Hofstaat, im Residenzschloss wurden auch rauschende Feste gefeiert, Opern und Theaterstücke aufgeführt, aber auch politisch bedeutsame Verträge ausgehandelt.

18. Jahrhundert

Im Zuge der französischen Revolution verlor der Palast seine Funktion als Residenz der Herrscher. Ludwig XVI. und Marie-Antoinette durften nur noch bis zum 5. Oktober 1789 im Schloss Versailles bleiben und mussten dann in den Tuilerien-Palast umziehen, dessen Tuileriengarten am Louvre wir heute noch nutzen können. Nach Plünderungen stand das Schloss lange leer.

Schloss Versailles - Gemälde von Pierre Patel
Das Ölgemälde von Pierre Patel zeigt Schloss Versailles um 1668. Schon hier ist die Blickachse durch das Schloss hindurch in die Ferne gut zu sehen.

19. Jahrhundert

Napoléon überlegte kurz eine Reaktivierung als Residenz, bevorzugte dann aber das Grand Trianon als Wohngebäude. Unter Louis-Philippes I. entstand im Schloss ein Nationalmuseum für französische und europäische Geschichte.

Während der Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 wurde dort König Wilhelm I. von Preußen zum Kaiser ausgerufen und das Deutsche Reich gegründet. Die Deutschen suchten durch diesen Akt Gerechtigkeit, weil die Deckengemälde in Versailles die Schlachten gegen Deutschland rühmten. Die Franzosen fühlten sich allerdings dadurch gedemütigt.

Am 26. Februar 1871 wurde im Schloss eine Art Friedens-Vorvertrag geschlossen. Später tagte der Kongress der Dritten Republik im Schloss.

20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert stand Schloss Versailles im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Dort wurde nach dem 1. Weltkrieg der Versailler Vertrag ausgehandelt und unterzeichnet, wobei Deutschland die Alleinschuld am Krieg übernehmen musste. Die Schuldfrage wird bis heute heftig diskutiert.

Glücklicherweise entwickelte sich das Schloss Versailles spätestens mit den Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag des Élysée-Vertrages am 22. Januar 1963 zu einem Ort der Aussöhnung beider Staaten.

21. Jahrhundert

1978 kam es zu einem Sprengstoffanschlag bretonischer Separatisten auf den Schloss Versailles, der einen Schaden von 5 Millionen France verursachte. Dennoch konnte das Schloss 1979 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen werden und bildete 1982 den Rahmen des Weltwirtschaftsgipfels der G7.

Heute ist das Schloss Versailles eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Frankreichs und wird jährlich von bis zu 15 Millionen Menschen besucht.

Stadtplan mit Schloss Versailles

Unsere Ausflugstipps für Schloss Versailles

Um das Schloss von Versailles zu besuchen, sollten Sie sich wenigstens einen halben, besser aber einen ganzen Tag Zeit nehmen, da es viel zu sehen gibt. Es empfiehlt sich auch, im Voraus Tickets zu kaufen, um Wartezeiten zu vermeiden. Kommen Sie möglichst früh, denn zu den Stoßzeiten gibt es auch bei der Sicherheitskontrolle oft einen Besucherstau.

Für eine vollständige Erfahrung kann man eine geführte Tour buchen, die einem noch mehr Einblicke in die Geschichte und Architektur des Schlosses bietet als ein Audioguide.

Bequemes Schuhwerk ist für den Besuch angeraten. Gute französisches Gerichte bekommen Sie in den örtlichen Restaurants, darunter das noble Ore von Alain Ducasse. Alternativ macht ein Picknick im Park von Versaille auch viel Freude.

 

 

Urheberrechte Fotos:

Schloss Versailles, ahundt, Pixabay
Kabinett des Königs, Miguel Hermoso CuestaEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons
Appartements du Dauphin, Coyau / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons
Spiegelsaal, Myrabella / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons
Garten des Schlosses, ValdasMiskinis, Pixabay
Latona-Brunnen, Je-strEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons
Schloss um 1668 von Pierre Patel, Pierre Patel http://www.banqueimages.crcv.fr/fullscreenimage.aspx?rank=1&numero=MV765, Public Domain, Wikimedia Commons